Meldungsdurchführung

Häufig gestellte Fragen

Titel des Widgets

Tragen Sie hier Ihre Inhalte ein

Allgemeine Fragen und alle Tumorformen

Eine Meldung von Tumorerkrankungen an das Krebsregister muss dann erfolgen, wenn eine Diagnosestellung nach hinreichender Sicherung, i. d. R durch klinische oder histologische, zytologische, laboranalytische und autoptische Verfahren erfolgt ist.

Eine seitenbezogene Dokumentaten von Neubildungen findet für die in der Übersicht "Anlage C: Liste - Paarige Organe" (herunterladen) dargestellten in paarigen und sonstigen Organe statt.

Liegen Mehrfachtumoren in paarigen Organen vor, so sind Meldungen anlässlich der Diagnose und durchgeführter lokaler Therapien für jeden Tumor separat durchzuführen.

Alle intraepitelialen Neoplasien, die als hochgradige Dysplasien oder squamöse intraepitheliale Neoplasien des Grades 2 oder 3 gelten, müssen dem Krebsregister gemeldet werden.

Der aktuell gültige Eintrag in der ICD-O3-Klassifikation lautet wie folgt:

8077/2 - Squamöse intraepitheliale Neoplasie, hochgradig

Synonyme:

  • Hochgradige squamöse Dysplasie
  • Hochgradige squamöse intraepitheliale Läsion
  • Squamöse intraepitheliale Neoplasie, Grad 2
  • Squamöse intraepitheliale Neoplasie, Grad 3

Lokalisationen:

  • Anale intraepitheliale Neoplasie Grad 3 (AIN 3) (C21.1)
  • Ösophageale squamöse intraepitheliale Neoplasie (Dysplasie), hochgradig (C15.-)
  • Vaginale intraepitheliale Neoplasie Grad 3 (VAIN 3) (C52.-)
  • Vulväre intraepitheliale Neoplasie Grad3
    (VIN 3) (C51.-)
  • Zervikale intraepitheliale Neoplasie Grad 3
    (CIN 3 mit schwerer Dysplasie oder CIN 3 o.n. A) (C53.-)

Als Datum der Diagnose ist das Datum der erstmaligen histologischen oder zytologischen Sicherung einer Erkrankung zu dokumentieren (hierbei ist vorzugsweise das Datum der Probengewinnung anzugeben, oder, sofern nicht bekannt, der Zeitpunkt des Eingangs der Gewebeprobe im pathologischen Institut oder der Befundanfertigung). Zu den vorgenannten Sicherungsverfahren werden auch "Liquid biopsies" und die Durchflusszytometrie gerechnet.

Liegt das Datum der erstmaligen histologischen oder zytologischen Sicherung nicht vor, so ist gemäß der nach absteigender Priorisierung sortierten Liste das Datum eines der folgenden Ereignisse anzugeben:

  • bei Behandlung oder Feststellung der Tumorerkrankung im Krankenhaus: Datum der erstmaligen stationären Aufnahme
  • bei Behandlung oder Feststellung der Tumorerkrankung im Rahmen der ambulanten Versorgung: Datum des ersten Kontakts mit einer Ärztin/einem Arzt
  • Datum der erstmalig mit positivem Ergebnis durchgeführten Bestimmung von Tumormarkern oder bildgebenden Untersuchung (einschließlich PET, CT oder MRT)
  • Datum der erstmaligen Beratung der Erkrankung in einer interdisziplinären Tumorkonferenz
  • Sterbedatum, wenn die Tumorerkrankung auf einer Todesbescheinigung vermerkt oder im Rahmen einer durchgeführten Autopsie festgestellt wurde

Eine Meldung an das Krebsregister Saarland gilt als vollständig, wenn sie alle

  • in der Erfassungsmaske des Melderportals
  • im klinischen Arbeitsplatzsystem zur Durchführung von gesetzlichen Meldungen an das Krebsregister (z. B. Krankenhaus- oder Praxisinformationssystem)
  • im Meldebogen

abgefragten Daten beinhaltet, die der meldepflichtigen Person zum Zeitpunkt der Meldungsdurchführung vorliegen.

Darüber hinaus muss jede Meldung an das Krebsregister Saarland bestimmte Mindestangaben beinhalten, damit eine Verarbeitung der Meldung möglich ist.

Diese Mindestangaben sind im Detail in der Verordnung zur Ausführung des SKRG geregelt und umfassen je nach Meldung:

  • Angaben zur Patientin/zum Patienten einschließlich der Bezeichnung der Krankenkasse sowie der Versicherungsnummer (Voraussetzung für die Auszahlung der Meldevergütung),
  • Angaben zur meldepflichtigen Person,
  • detaillierte Angaben zur Tumorerkrankung (Diagnosedatum, Sitz, Morphologie und Ausbreitung des Tumors),
  • Angaben zu durchgeführten tumorspezifischen Therapien und Verlaufsereignissen (Rezidive, Mehrfachtumoren, Fernmetastasen, genereller Progress) und
  • zum Tod der Patientin/des Patienten.

Weitere Informationen zur Meldungsdurchführung sind in der Anlage "Allgemeine Informationen zur Durchführung von Meldungen an das
Krebsregister Saarland – WANN muss WER WAS melden?" (herunterladen) enthalten.

Die TNM-Klassifikation dient zur Beschreibung der anatomischen Ausbreitung (Cancer staging) einer Tumorerkrankung und beruht auf der Feststellung und Beschreibung der 3 Komponenten:

  • T = Ausbreitung des Primärtumors (Werte: T0, T1, T2, T3, T4 und Unterkategorien für einzelne Tumorformen)
  • N = Fehlen oder Vorhandensein und Ausbreitung von regionären Lymphknotenmetastasen (Werte: N0, N1, N2, N3  und Unterkategorien)       
  • M = Fehlen oder Vorhandensein von Fernmetastasen (Werte: M0, M1 und Unterkategorien)

Die anatomische Ausbreitung einer Tumorerkrankung kann jeweils in Form einer

  • prätherapeutischen klinischen Klassifikation (sog. klinischer TNM mit den Angaben cT, cN und cM)
  • postoperativen histopathologischen Klassifikation (sog. pathologischer TNM mit den Angaben pT, pN und pM)

beschrieben werden.

Die Tabelle beschreibt die Bedeutung der Präfixe "c", "p" und "u" der TNM-Klassifikation.

Die Tabelle beschreibt die Bedeutung der zusätzliche Bezeichnung der Präfixe "y", "r" und "a" der TNM-Klassifikation.

In-situ-Tumoren werden i. d. R. mit der TNM-Klassifikation pTis cN0 cM0 dokumentiert.

Die R-Klassifikation beschreibt das Fehlen oder Vorhandensein von (Rest-) Tumorgewebe nach Abschluss einer Operation oder Strahlentherapie.

Aufgrund ihrer herausragenden prognostischen Bedeutung ist die Angabe der R-Klassifikation nach Durchführung Operation  zwingend vorgesehen.

  • RX - nicht beurteilbar
  • R0 - kein Residualtumor nachweisbar
  • R1 -  mikroskopischer Residualtumor
  • R2 - makroskopischer Residualtumor

Der "lokale Residualstatus" gibt den Zustand der Resektionsränder nach operativer Tumorentfernung wieder und muss im Melderportal und den Meldebögen im Eingabefeld „Lokaler Residualstatus nach OP“ dokumentiert werden.

Mit "Gesamtbeurteilung des Residualstatus
nach Abschluss der (Primär-) Therapie" wird die Information zu evtl. noch vorhandenen Tumorresten nach Abschluss der initialen Behandlung zusammengefasst.

Wurde Tumorgewebe histopathologisch untersucht, so ist das histopathologische Grading entsprechend der TNM- oder anderer Klassifikationen mit folgenden Ausprägungen anzugeben:

1 = gut differenziert
2 = mäßig differenziert
3 = schlecht differenziert
4 = undifferenziert
X = nicht bestimmbar

L = low grade (G1 oder G2)
M = intermediate grade (G2 oder G3)
H = high grade (G3 oder G4)
B = Borderline

0 = malignes Melanom der Konjunktiva

U = unbekannt
T = trifft nicht zu

Werden Fernmetastasen im Rahmen der durchgeführten Staginguntersuchungen bei Diagnose des Primärtumors oder nicht mehr als 3 Monate (92 Tage) festgestellt (sog. synchrone Fernmetastasen), so ist deren Vorhandensein  (Datum der Feststellung,  Sitz der Fernmetastasen sowie M-Kategorie der TNM-Klassifikation) als Teil der Diagnosemeldung zu mitzuteilen.

 

Treten Fernmetastasen später als 3 Monate (> 92 Tage) nach Beginn der Erkrankung auf (sog. metachrone Fernmetastasen), so ist deren Auftreten mit Durchführung einer Verlaufsmeldung dem Krebsregister mitzuteilen (Datum der Feststellung,  Sitz der Fernmetastasen sowie M-Kategorie der TNM-Klassifikation).

Entsprechend der 8. Auflage der TNM-Klassifikation ist für die M-Kategorie die Ausprägung "X" nicht mehr vorgehsehen. Die Kategorie "MX" wird als unzureichend angesehen, da für die Bestimmung der klinischen M-Kategorie die klinische Untersuchung ausreichend ist.

Die Kategorie M0 der pathologischen TNM-Klassifikation ("pM0") ist keine anwendbare Kategorie. Das Fehlen von Fernmetastasen mit "cM0" dokumentiert.

Die Morphologie einer Neubildung ist nach der aktuellen 2. Revision der ICD-O-3-Klassifikation zu verschlüsseln.

Die deutschsprachige Ausgabe der 2. Revision der ICD-O3 kann abgerufen und online durchsucht werden auf der Internetpräsenz des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) (externen Link öffnen)

 

Meldepflichtig sind alle tumorspezifischen Operationen, die im Kapitel 5 des amtlichen Operationen- und Prozedurenschlüssels enthalten sind.

Der amtliche Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) kann abgerufen und online durchsucht werden auf der Internetpräsenz des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) (externen Link öffnen)

Neubildungen der Lippe, der Mundhöhle und des Rachens

Bei Durchführung von Meldungen mittels Papierformular oder Melderportal helfen Freitextangaben, dass das Krebsregister Sitz und Art eines Tumors sicher verschlüsseln kann.

Wird beispielsweise als Tumorform "Lippenkarzinon" angegeben, kann nicht unterschieden werden, ob es ein Karzinom der äußeren Lippenhaut oder der Innenseite der Lippe vorliegt.

Chronische Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) sind ein Hauptrisikofaktor für Tumoren der Mundhöhle und des Rachens.

Angaben zum HPV/p16-Status sind bei Meldungen mit Papierformularen als Freitextinformation und bei elektronischen Meldungen mittels Zusatzklassifikation ("Weitere Stadien" -> "Klassifikation p16")  zu dokumentieren und zu übertragen.

Die klinische und pathologische TNM-Klassifikation von Karzinomen des Rachens (Oropharynx, Nasopharynx, Hypopharynx) sowie unbekannten Primärtumoren mit Metastasen in den Halslymphknoten erfordert  seit der 8. Auflage die Berücksichtigung des HPV/p16-Status.

Mit der 2. Revision der ICD-O3 (Internationale Klassifikation der Krankheiten für die Onkologie, Dritte Ausgabe)  können Plattenepithelkarzinome klassifiziert werden in HPV-positive (8085/3) und HPV-negative (8086/3) Plattenepithelkarzinome.

Unbekannte Primärtumoren mit Metastasen der Halslymphknoten werden gemäß der aktuellen 8. Auflage der TNM-Klassifikation wie folgt dokumentiert:

T - Primärtumor: cT0

N - Regionäre Lymphknoten: entsprechend des klinischen Stagings oder pathologischen Befundes

M - Fernmetastasen: entsprechend des klinischen Stagings oder pathologischen Befundes

Wichtig: die TNM-Klassifikation berücksichtigt bei diesen Tumoren den HPV/p16-Status sowie den EBV (Epstein-Barr-Virus)-Status.

Neubildungen der Verdauungsorgane

Im Saarland müssen folgende Neubildungen an das Krebsregister gemeldet werden:

Die Grafik zeigt eine tabellarische Übersicht über die meldepflichtigen Diagnosen. Dies sind alle bösartigen Neubildungen, die in situ Neubildungen ohne die nicht-melanozytären Carcinoma in situ der Haut, die gutartigen Neubildungen des zentralen Nervensystems und die Neubildungen unsicheren oder unbekannten Verhaltens ohne die Neubildungen unsicheren oder unbekannten Verhaltens der Haut.

Zu den meldepflichtigen Neubildungen der Verdauungsorgane gehören auch diejenigen Polypen, Adenome und intraepithelialen Neoplasien, die gemäß der modifizierten Wien-Klassifikation der Kategorie 4 zugeordnet werden (z. B. hochgradige intraepitheliale Neoplasien (HGIEN) sowie high grade-Adenome).

Seit der zweiten Revision der ICD-O-3 werden alle gastrointestinalen Stromatumoren als invasiv bösartige Neubildungen klassifiziert (Morphologieschlüssel: 8936/3) und müssen gemeldet werden.

Mit der Meldung müssen Angaben zur Tumorgröße und zur Mitoserate übermittelt werden. Die Mitoserate ist bei Meldungen mit Papierformularen als Freitextangabe und bei elektronischen Meldungen mittels Zusatzklassifikation ("Weitere Stadien" -> "MITOSERATE_GIST")  zu dokumentieren und zu übertragen.

Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) ist ein minimal-invasives radiologisches Verfahren, welches zur Behandlung von inoperablen Lebertumoren (z. B. hepatozelluläres Karzinom, Lebermetastasen von neuroendokrinen Tumoren) eingesetzt werden kann.

Eine durchgeführte TACE wird in Form einer Therapiemeldung  gemeldet. Eine elektronische Meldung enthält folgende Angaben:

  • Therapieart = Systemische Therapie
  • Therapietyp = Chemotherapie
  • Protokoll = TACE
  • Substanz = eingesetzte/r Wirkstoff/e
  • Intention = palliativ
  • Stellung zur OP = ohne Bezug zu OP
  • Angabe des Beginns und Ende der Therapie
  • Im Feld „Anmerkung Therapiearten“ wird  als Art der Applikation „lokal“ vermerkt.

Für im oder auf dem Retroperitoneum gelegene Fernmetastasen wird die Lokalisationsangabe "OTH" (andere Organe) verwendet.

Für hormonproduzierende Tumoren des Pankreas haben sich folgende Änderungen in der 2. Revision der ICD-O3 gegenüber der 1. Revision ergeben:

  • Neuroendokriner Pankreastumor, hormoninaktiv (bisher: 8150/1, neu: 8150/3)
  • Insulinproduzierende Pankreastumoren (bisher: 8151/0, neu: 8151/3)
  • Glucagonproduzierende Pankreastumoren (bisher: 8152/1, neu: 8152/3)
  • Gastrinproduzierende Pankreastumoren (bisher: 8153/1, neu: 8153/3)
  • Somatostatinproduzierende Pankreastumoren (bisher: 8156/1, neu: 8156/3)
  • ACTH-produzierender Tumor (bisher: 8158/1, neu: 8158/3)
  • Serotonin produzierende Pankreastumoren (bisher: 8241/1, neu: 8241/3)

Neubildungen der weiblichen Brust und Geschlechtsorgane

In einer Meldung anlässlich der Diagnose einer Tumorerkrankung können für Tumoren mit unterschiedlichen Histologien mehrere Morphologieschlüssel angegeben werden.

Wenn im Rahmen der histopathologischen Begutachtung oder klinischen Bewertung festgestellt wird, dass multiple Karzinome vorliegen, die unabhängig voneinander entstanden sind, so ist für jeden Tumor eine separate Meldung durchzuführen.

Eine CIN III-Läsion des Gebärmutterhalses ist mit dem Morphologiecode "8077/2 - Squamöse intraepitheliale Neoplasie, hochgradig" zu verschlüsseln.

 

 

Die peritoneale Ausbreitung eines malignen Tumors des Ovars (C56), der Tube (C57) oder eines Karzinoms des Peritoneums (C48) erfolgt mittels Verschlüsselung durch die T-Komponente der TNM-Klassifikation. Eine peritoneale Ausbreitung dieser Tumoren gilt nicht als Befall entfernter Organe, der mit der M-Komponente der TNM-Klassifikation verschlüsselt wird.

Ist der morphologische Typ eines invasiven Mammakarzinoms nicht bekannt, so ist als Histologieschlüssel die "8500/3 - Invasives duktales Karzinom o.n.A. / Karzinom der Brust" zu vergeben.

Folgende Angaben sind zu verwenden:

  • Diagnose ICD-10: D39.1 (Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens: Ovar)
  • Lokalisation ICD-O3: C56.9 (Ovar)
  • Histologie ICD-O3: 8460/2 („seröser Borderline-Tu, mikropapilläre Variante“)
  • TNM-Klassifikation: pT1c2, pNX, L0, V0, Pn0, RX
  • Malignitätsgrad: GB

Neubildungen der männlichen Geschlechtsorgane

Bei Hodentumoren werden häufig erhöhte Serumkonzentrationen für die Hormone Alpha-1-Fetoprotein (AFP), humanes Choriongonadotropin (HCG) und Laktatdehydrogenase (LDH) beobachtet. Daher eignen sich deren Konzentrationen im Blutserum grundsätzlich als Marker zur Therapie‑, Verlaufs- und Rezidivkontrolle von Hodentumoren.

Informationen zu den Werten der Serumtumormarker werden in der TNM-Klassifikation mit Hilfe der S-Komponente mit den Werten SX, S0, S1, S2 und S3 dokumentiert.

Die bilaterale Orchiektomie stellt eine Möglichkeit der Hormontherapie zur Behandlung eines Hodentumors dar.

Eine bilaterale Orchiektomie ist in Form einer operativen Therapie zu melden (OPS-Schlüssel: 5-622). Als zusätzliche Information ist in Papiermeldungen im Bemerkungsfeld und in elektronischen Meldungen im Merkmalsfeld „Weitere Angaben“ die Angabe "Hormontherapie" zu dokumentieren und zu übermitteln.

Bitte beachten: die Angabe des lokalen R-Status ist ebenfalls eine Pflichtangabe.

Der hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU) ist ein minimal-invasives, wenig eingreifendes Verfahren zur Behandlung bei örtlich begrenztem Prostatakrebs, das bislang im Rahmen von Studien erprobt wird. 

Eine durchgeführte HIFU-Behandlung wird in Form einer Therapiemeldung  gemeldet. Eine elektronische Meldung enthält u. a. folgende Angaben:

  • Therapieart = "Operative Therapie"
  • Therapiedetails = "Transrektale und perkutane Destruktion von Prostatagewebe: durch Ultraschall - OPS-Code: 5-602.1"

Die Morphologie von azinären Adenokarzinomen der Prostata wird mit "8140/3" verschlüsselt.

Neubildungen der Harnorgane

Die lokale intravesikale Anwendung von Chemo- oder Immuntherapeutika ist in Form einer Therapiemeldung zu melden.

  • Therapieart = "Systemische Therapie"
  • Arten  = "Chemotherapie" bei Anwendung von Mitomycin, und "Immuntherapie" bei Anwendung von BCG oder Vicinium
  • Substanz = der applizierte Wirkstoff
  • Stellung zur OP= je nach Sachverhalt
  • Therapiebeginn und Therapieende
  • Im Feld „Anmerkung Therapiearten“ wird  als Art der Applikation „lokal“ vermerkt.

Entsprechend der aktuellen WHO-Klassifikation und ICD-O3-Klassifikation erhalten invasive papilläre Urothelkarzinome den Histolgieschlüssel "8120/2". Die Morphologie von nicht-invasiven papillären Urothelkarzinomen ist mit "8130/2" zu verschlüsseln.

Papilläre urotheliale Neoplasien mit niedrig malignem Potential (engl.: papillary urothelial neoplasm of low malignant potential = PUNLMP) sind als Neubildungen unsicheren oder unbekannten Verhaltens der Harnblase (ICD-10-Schlüssel "D41.4") ebenfalls meldepflichtig und erhalten den Morphologieschlüssel "8130/1".

Neubildungen der lymphatischen, blutbildenden und verwandten Gewebe ("Lymphome und Leukämien")

Eine durchgeführte Stammzelltransplantation muss entweder als "Systemische Therapie" mit Angabe Therapieart = "Knochenmark (KM)" oder als "Operative Therapie" mit Angabe der Therapiedetails = "Autogene Stammzelltransplantation - OPS-Code: 5-411.0" oder "Allogene Stammzelltransplantation - OPS-Code: 5-411.2" gemeldet werden.

Als Transformation wird der Übergang einer hämatopoetischen oder lymphoiden Neoplasie von einer chronischen in eine akute (häufiger) oder von einer akuten in eine chronische Phase (selten) bezeichnet.

Beispiele sind der Übergang einer chronisch lympatischen Leukämie (CLL, ICD-O3-Morphologieschlüssel: 9820/3) in ein diffus großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL, 9680/3) oder der Übergang einer refraktären Anämie bzw. eines Myelodysplastischen Syndroms (MDS, 9980/3) in eine akut myeloische Leukämie (AML, 9860/3).

Tritt eine Transformation früher als 3 Monate nach Erkrankungsbeginn auf, so ist eine Verlaufsmeldung mit Angabe der Gesamtbeurteilung = "Progression" und der neuen Tumormorphologie zu übermitteln.

Tritt eine Transformation mehr später als 3 Monate nach Erkrankungsbeginn auf, so ist eine neue Meldung anlässlich der Diagnose einer Tumorerkrankung zu übermitteln.

Ergänzend erhält das Krebsregister Kopien aller erstellten histologischen Befunde, so dass eine umfassende Dokumentation der Transformationen erfolgen kann.

 

Nein. Eine TNM-Klassifikation ist für hämatologische und lymphoide Neoplasien nicht vorgesehen.

  • Hodgkin-und Non-Hodgkin-Lymphome (ICD-10: C81, C82, C83, C84): Lugano-Klassifikation
  • Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome (C81-C88), immunproliferative Krankheiten (C91): Ann Arbor-Klassifikation mit Zusatz
  • Follikuläres Lymphom (C82): FLIPI-Score
  • Follikuläres Lymphom (C82), nicht follikuläre Lymphome, Reifzellige T/NK-Zell Lymphome, Non-Hodgkin-Lymphome (C83, C84, C85): IPI-Klassifikation
  • Mantelzelllymphom (C83.1): MIPI-Score
  • Makroglubulinämie Waldenström (C88.0): ISSWM-Klassifikation
  • Multiples Myelom (C90): ISS-Klassifikation und Durie-Salmon-Klassifikation
  • Chronische lymphatische Leukämie (C91.1): BINET-Klassifikation und Rai-Klassifikation
  • Myelodisplastische Syndrome (MDS, D46): IPSS-Klassifikation
  • Akute Myeloische Leukämie (AML, C92.0): ELN-Klassifikation
  • Chronische myeolische Leukämie (CML, C92.1): EUTOS-Score und ELN-Klassifikation
  • Haarzellenleukämie (C91.4): Formen-Klassifikation
  • Akute Promyelozyten-Leukämie (PCL, C92.4): Sanz-Score

Für Leukämien ist der Lokalisationscode "C42.1 (Knochenmark)". Bei einem Myelosarkom (ICD-O3-Morphologiecode: 9930/3) wird hingegen der Sitz des Tumors dokumentiert.

Entspringt ein Lymphom den Lymphknoten, so ist der genaue Tumorsitz mit einem Code zu verschlüsseln, der mit "C77" beginnt. Ein Lymphom, das mehrere Lymphknotenregionen umfasst, ist mit "C77.8 (Lymphknoten mehrerer Regionen)" zu verschlüsseln. Extranodale Lymphome sind nach ihrem Ursprungsort zu verschlüsseln. Sofern keine Lokalisation bekannt ist, ist der Lokalisationscode  "C77.9 (Lymphknoten o.n.A.)" zu verwenden. Ist der Ursprung eines extranodalen Lymphoms unbekannt, so ist der unbekannte Tumorsitz mit "C80.9 (unbekannte Primärlokalisation)" zu verschlüsseln.

Neubildungen des Gehinrs und sonstiger Teile des Zentralen Nervensystems

Eine Behandlung mit Optune TTFields in Kombination mit einer Erhaltungschemotherapie mit Temozolomid bei Patientinnen und Patienten mit einem Glioblastom wird als zusätzliche Information bei Meldung der simultan durchgeführten systemischen Therapie angegeben:

  • Im Feld „Anmerkung Therapiearten“ soll als Art der Applikation „Optune TTFields“ vermerkt werden.

 

Die leptomeningeale Metastasierung oder Meningeosis neoplastica beschreibt die diffuse metastatische Ausbreitung von Tumorgewebe in den Subarachnoidalraum bzw. im Liquor cerebrospinales oder die angrenzenden Hirnhäute.

Das Vorliegen einer Meningeosis neoplastica wird durch die M-Kategorie der TNM-Klassifikation beschrieben (=M1). Zur  Lokalisation der Tumormetastasen wird "OTH - andere Organe" verwendet.

Neubildungen der Haut

Mit den in 2021 in Kraft getretenen Änderungen des Saarländischen Krebsregistergesetzes wurde die Erhebung von bösartigen Neubildungen der Haut erweitert.

Invasive Basalzellneubildungen der Haut (ICD-10: C44, Morphologie 8090/3-8110/3) müssen anlässlich der

  • Diagnosestellung nach hinreichender Sicherung,
  • histologischen, zytologischen, laboranalytischen und autoptischen Sicherung der Diagnose und
  • nach tumorbedingtem Tod

gemeldet werden.

Maligne Melanome der Haut und deren Vorstufen (C44 und D05) sowie sonstige invasive Neubildungen der Haut (C44, sonstige Morphogien, z. B. Plattenepithelkarzinome, Merkelzellkarzinom der Haut) müssen anlässlich der

  • Diagnosestellung nach hinreichender Sicherung,
  • histologischen, zytologischen, laboranalytischen und autoptischen Sicherung der Diagnose,
  • Durchführung von Operationen und anderen spezifischen Behandlungsverfahren,
  • bei Änderungen im Krankheitsverlauf wie z. B. Auftreten von Rezidiven oder Mehrfachtumoren) und
  • nach tumorbedingtem Tod

gemeldet werden.

Für die Meldungen können das Melderportal oder separate Meldeformulare  verwendet werden.

Ein histologisches Grading kommt für das Maligne Melanom der Haut nicht zur Anwendungm eine Ausnahme stellt das Maligne Melanom der Konjunktiva dar.

Eine aktinische Keratose (ICD-10: L57.0) ist nicht meldepflichtig. Weitere  Synonyme für nicht meldepflichtige Keratosen sind: „senile Keratose", „Keratosis solaris", „Arsenkeratose“, „PUVA-Keratose“, „bowenoide aktinische Keratose“ oder „aktinische seborrhoische Keratose“. Meldungen für diese Hautveränderungen werden vom Krebsregister nicht entgegengenommen bzw. nach Eingang vernichtet.

Textbestandteile, die auf eine R0-Resektion hinweisen, können sein: „Vorliegende Schnittränder frei“, „Entfernung im Gesunden erfolgt“ oder „Resektion in toto“.

Nach operativer Entfernung von Tumoren müssen in einer Meldung immer Angaben zum lokalen R-Status übermittelt werden.

Die Elektrochemotherapie ist eine Kombination aus Chemotherapie und Anwendung von Elektroimpulsen, welche z. B. zur Behandlung von kutanen und subkutanen Metastasen eines Malignen Melanoms oder kutanen Metastasen anderer solider Tumoren zum Einsatz kommt.

Eine durchgeführte Elektrochemotherpie ist in Form einer Therapiemeldung zu melden.

  • Therapieart = "Systemische Therapie"
  • Arten  = "Chemotherapie"
  • Substanz = der applizierte Wirkstoff
  • Stellung zur OP= je nach Sachverhalt
  • Therapiebeginn und Therapieende
  • Im Feld „Anmerkung Therapiearten“ wird  als Behandlungsform zusätzlich „Elektrochemotherapie“ vermerkt.

Bösartige Neubildungen der Atmungsorgane umn sonstiger intrathorakaler Organe

Tumoren bzw. Tumorherde werden innerhalb eines Zeitraums von 3 Monaten (92 Tage) festgestellt:

  • sind die Tumoren untersschiedlichen histologischen Typs (z. B. NSCLC und SCLC), so muss für jeden Tumor eine separate Meldung erfolgen
  • werden mehrerere Tumorherde im selben Lungenlappen oder -flügel festgestellt, ist eine Meldung durchzuführen (die Ausbreitung des Primärtumors wird mittels TNM-Klassifikation mit T3 oder T4 dokumentiert und dabei um das (m)-Suffix ergänzt)
  • liegen in einem kontralateralen Lungenlappen vom Primärtumor getrennte Tumorherde vor, so ist eine Meldung durchzuführen (das Vorliegen von Fernmetastasen wird mittels TNM-Klassifikation mit "M1" dokumentiert)
  • Klarstellung: liegen ein nicht-kleinzelliges Karzinom (Morphologieschlüssel: 8046/3) und ein weiterer spezifischer nicht-kleinzelliger Tumor (z. B. Adenokarzinom 8140/3) vor, so ist eine Meldung durchzuführen

Zwischen der Festellung der Tumoren liegen mehr als 3 Monate (92 Tage)

  • eine separate Meldung ist für jeden neuen Tumor durchzuführen, sofern dieser aus ärztlicher Sicht nicht als Rezidiv oder Fernmetastase (Rezidiv des ersten Tumors) gilt

Kleinzellige Bronchialkarzinome können mittels der VALG (Veterans Administration Lung Study Group)-Zusatzklassifikation dokumentiert werden. Im Melderportal findet sich diese Klassifikation im Abschnitt "weitere Stadien".